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Über 70 “Verletzte” nach einer Stunde gerettet

Doch bis zum Transport in eine Klinik verstrich viel Zeit. Menschenrettung teils recht schwierig. Sanitätsdienste, Feuerwehren, Technisches Hilfswerk und Polizei bei gemeinsamer Katastrophenübung in der Voith-Arena.

Sehr nahe am Ernstfall war das, was sich am späten Samstagvormittag in und um die Voith-Arena herum abspielte. Mehr als 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Maltesern, dem Technischen Hilfswerk, der Notfallseelsorge, der Polizei und des Sicherheitsdienstes im Stadion absolvierten die Probe für den Ernstfall und schlugen sich in teils sengender Hitze bravourös.

Was an Fehlern unterlief und erkannt wurde, werde aufgearbeitet, versicherte DRK-Kreisbereitschaftsleiter Kai Willer. Zum Beispiel habe die Erfassung der unverletzt oder minimal verletzt gebliebenen Stadionbesucher nicht so funktioniert, wie das im Ernstfall passieren müsse.

Für Einsatzleiter Karl-Heinz Wenzel war als Stellvertretendem Stadtbrandmeister doch „sehr beeindruckend“, wie schnell die nach und nach anrückenden Einheiten sich in das Einsatzgeschehen hineingefunden und doch sehr gut zusammengearbeitet haben. Ausgangslage für die Katastrophenschutzübung war eine Massenpanik im Zuschauerblock des Fußballstadions während eines heftigen Gewitters. Zudem hatte ein Blitz im Technikraum der Westtribüne einen Brand ausgelöst.

Nun gibt es beim Stadion einen Löschteich und auch Pumpen und oberirdische Hydranten. Doch bei dem Gewitter fiel die Stromversorgung partiell aus, so dass hier nichts angezapft werden konnte und der Wasservorrat der anrückenden Löschfahrzeuge schnell erschöpft war. Folglich wurde vom Talhof über den Wildpark eine doppelte, tausend Meter lange Förderleitung ausgerollt und mittels vier Pumpen der Wasserdruck erhöht. So konnte schließlich erfolgreich gelöscht werden.

Für die fünf Notärzte und über 100 Rettungssanitäter aus dem ganzen Landkreis, sowie Unterstützung aus dem Ostalbkreis und dem Alb-Donau-Kreis waren enorme Anstrengungen abverlangt. Zunächst musste im Zuschauerblock erst einmal ein Überblick über die Anzahl der leicht-, der mittel- oder der schwerverletzten Personen gewonnen werden. Unter dem Volk waren aber auch etliche „Betrunkene“. Also eine interessante Mischung, die viel Fingerspitzengefühl verlangte. Wer schreit, ist eher leichtverletzt, wer nichts mehr sagt, bedarf der besonderen Fürsorge. Überaus realistisch waren die Schwerverletzten geschminkt, die vor das Stadion gebracht und dort weiter bis zum Abtransport zum Hubschrauber-Landeplatz bzw. ins nahegelegene Klinikum Heidenheim erstversorgt wurden. Durchgespielt wurde die Verlegung der Opfer nach außerhalb in Kliniken der Region.

Mit Rettungs- oder anderen Decken wurden die „Opfer“ vor der sengenden Sonne geschützt. Zehn Notfallseelsorger und Angehörige des Kriseninterventionsteams waren in das Einsatzgeschehen eingebunden.

Für die Feuerwehrleute aus Heidenheim, Mergelstetten, Schnaitheim, Nattheim, Königsbronn und Steinheim war die Unterstützung des Rettungsdienstes neben der Wasserversorgung und der Brandbekämpfung eine vorrangige Aufgabe.

Kreisbrandmeister Rainer Spahr war diesmal nicht in der Rolle des Einsatzleiters sondern als Gästeführer unterwegs. Bei dem Rundgang durch das Stadion hieß Klaus Mayer, der Vorsitzende des FCH-Aufsichtsrats, die Gäste willkommen, skizzierte kurz das Sicherheitsprogramm im Stadion.

Einig waren sich Übungsteilnehmer wie Manöver-Beobachter, dass im Ernstfall in dem Stadion, das maximal 15 000 Zuschauer aufnehmen kann, eine Massenpanik eine absolute Herausforderung für die Rettungskräfte darstellen würde. Insofern habe die auch von der Deutschen Fußballliga verlangte Großübung wichtige Erkenntnisse gebracht. Mayer lobte im Übrigen Polizei, Rotes Kreuz und Feuerwehr für ihren Dienst während der Zweitliga-Saison.

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